Schwarzgeflügelter Engel

•15. Juli 2009 • Kommentar schreiben

Mal wieder ein eher negatives Gedicht. Schreibe ich seit ein paar Tagen irgendwie ständig..

Engel in tiefer Finsternis,
Was schimmert da in deiner Hand?
Bist dus, der mich aus meinem Leben riss?
Was hälst du für komisch Band?

Wo bin ich hier? Wo gehst du hin?
Bleib da und hör mich an!
Sag mir erstmal wo ich bin
und geb mir Antworten dann.

Doch was tust du, Totenhirte?!
Was ist das für glänzend Band?
Erfüllst du mir eine Bitte?
Nimm mich an deine Hand.

Will hier nicht mehr bleiben;
In dieser Welt, regiert von Macht!
Ich will mich zur Erde neigen,
vergessen diese schicksalhafte Nacht!

Nimm mich mit, mein Engellein,
trag mich in den Tod!
So werd ich hier nie wieder sein;
Das ist, was das Schicksal bot.

So nahm er mich an den Händen,
trug mich mit seinen schwarzen Schwingen
hinauf an verrottenden Wänden…
und durchbohrt mich mit seinen Klingen.

© nasuka

Die Leere in Straßen bei Nacht

•10. Juli 2009 • Kommentar schreiben

Heute ist eine seltsame Nacht. Sonst fahren Autos durch die Straßen, manche rasen richtig über den Asphalt. Doch heute: Nichts davon. Oft fahren auch Krankenwagen oder die Polizei mit Blaulicht und Sirenen über die nächtliche Straße vor meinem Fenster, doch heute: nichts.

Die Straße liegt ruhig da, keine Autos parken an den Seiten. Sogar die Laternen sind aus und man hört nichts. Nicht einen Mucks. Kein Auto, keine Betrunkenen, keine Musik aus der Taverne 3 Häuser weiter. Es ist einfach alles still und liegt verlassen da. Ich stehe also am Fenster…

Lang sah ich in kalte Nacht.
Den Mond weit über mir schwebend,
sein Glanz in meinen Augen weiterlebend
als ich dort am Fenster wacht.

Lang sah ich die Dunkelheit,
gleitend durch die tote Stadt.
Die Menschen haben die Arbeit satt;
in den Staßen ist nichts weit und breit.

Ich blickt hinauf zum Mond,
hinab in die Schlucht vor mir
und wusste, dass ich hier
die einzge war, die noch wohnt.

Langsam durchstreif ich die leeren Straßen
auf der Suche nach Leben noch!
Ist meine Hoffnung verloren doch?
Mir kommts vor, als ob hier nie Menschen saßen.

Um die nächste Ecke noch, da seh ich
ein Feld aus Bäumen und Sträuchern,
hell erstrahlt von 1000 Leuchtern
und doch, sehen tat ichs nich’

Was sollt ich auch sehen mit Augen blind?
Vegessen zu sehen hab ich schon!
Das ist also meines Harrens Lohn?
Doch auf der Haut spür ich süßlichen Wind.

Taste mich leis durch die starre Nacht
und glaube, mich wiederzufinden
im Paradies, wo meine Wunden linden -
doch wars nur ein Traum, aus dem ich erwacht.

Sehen kann ich wieder, meine Augen hab ich auch,
doch seh ich außer Ruinen und Staub
nicht ein Leben, kein verwelktes Laub
und hab eine Vorahnung im Bauch.

Rennend tast ich mich auf die Wege,
einsam in großer, leerer Stadt.
Ich sehe ein welkes, verdorrtes Blatt
und zöger zitternd auf meinem Stege.

Doch nur die Stege sinds, an die ich mich klammer
in all dem Schutt, in dem Zerfall.
Da ertönt plötzlich ein lauter Knall!
Ich seh mich nicht um, doch wirds mir banger.

Da obsiegt meine Neugier, ich kehr mich um.
Seh ich eine lodernd Deck’ mich umarmen!
Diese kennt kein Halten und auch kein Erbarmen;
mein Leben fließt um mich herum…

© nasuka

Wann endet Leid?

•18. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Sooo, endlich mal wieder ein paar freie Minuten und ich habe sie auch gleich genutzt!
Es ist zwar kein langer Text entstanden, bei dem einem schon beim Hingucken schwarz vor Augen wird, aber immerhin zwei Gedichte. Dieses hier handelt von einem möglichen „Leben“ nach dem Tod. Kennt man ja auch Fantasybüchern und diversen Onlinespielen ;-)

Es trägt den Titel: Ein toter Ritter.

Als Schatten ward ich nun geboren,
aus dem Hell ins Schwarz gezerrt.
Meine Seele – lacht der König – sei verloren
Ich hätt’ mich dem Tode nicht,
doch dem Leben erwehrt.

Langsam gleit ich durch den Strudel,
der hinwegspühlt die Erinnerung.
Ein fernes Leben in Kampf und Trubel
ist schon erloschen in des Studels Schwung.

Doch plötzlich höre ich ein Raunen
erst ganz fern, ein Flüstern noch.
Und zu meinem baldigen Erstaunen
stehe ich, atme nicht, und lebe doch!

Langsam geh ich Schritt für Schritt
auf die Stimm’ des Meisters zu.
Um Freiheit ich zu seinen Füßen bitt’,
doch er spricht von Macht und keiner Ruh’.

Ich sei nun unter seinem Willen,
müsst gehorchen seinem Wort.
Sollt im Kampf meinen Blutdurst stillen
und seinen Namen tragen an aller Ort.

Ich sollt kämpfen wie im Leben
Qual und Pain würden meine Begleiter sein.
Da durchzuckt ein Blitz mich eben:
Ich erinnre mich an früher und
könnte ich, ich würde wein’.

Doch weinen liegt nicht im Sinn des Todes,
nur Zorn und Schmerz und Einsamkeit.
Wie Matrose eines sinkenden Bootes.
Die Freiheit zum Greifen nah und doch so weit.

Ich erhebe mich und als ich schmiedet’
meine ew’gen Ketten an mein eigen Bein!
Das Feuer brennt den Stahl, der siedet,
so solls auch mit meinem Leibe sein.

Ich steige in das Schmiedefeuer
es flüstert mir mit süßer Stimme:
„Dich zerstören soll ich, Hexenweib?
Soll löschen deine längst erstorbnen Sinne?“
Könnt ichs, empfänd ich Scham und Reue
und Trauer um den bleichen Mädchenleib…

© nasuka

Ein Tag wie ein 13. Freitag

•15. Mai 2009 • 2 Kommentare

So, heute mal etwas ganz unlyrisches und voll aus dem Alltag gegriffenes. Es gibt einfach so Tage – wie heute – da sollte man lieber im Bett liegen bleiben und nicht aufstehen. Aber wieso kommt da alles zusammen?

Heute morgen bin ich 10 Minuten vor meinem Wecker aufgewacht, hab mich aber nochmal wieder hingelegt und bin 15 Minuten vor beginn der Uni wieder wach geworden. Mist! Voller Hast Sachen zusammen packen und dabei die Hälfte vergessen scheint ja normal. Aber das ist mir heute seltsamerweise gelungen. Gut. Noch etwas mehr als 7 Minuten für den Weg zur Uni. 12 etwa brauche ich normalerweise. Also schnell Schuhe anziehen und raus auf die Straße. Typisch für solch einen Tag: viel zu viel Verkehr. Nicht Stau, so dass man zwischen den Autos über die Straße laufen kann. Nein, genau so, dass immer dann ein Auto angerast kommt, wenn man eigentlich die Straße überqueren möchte. Nun ja, da kann man nur 2 Dinge tun, eigentlich. Einen langen Umweg laufen und warten oder mal versuchen sich wie eine Straßenbahn zu verhalten. Die kommen schließlich auch durch den größten Stau. Gesagt, getan. Bei einem solch waghalsigen Manöver fängt das Leben erst richtig an Spaß zu machen! Netterweise hat auf der anderen Straßenseite ein Fahrradfahrer Mitleid mit mir gehabt und mich ein Stück mitgenommen. Danach war eigentlich alles recht unspektakulär, ich bin nochmals fast von einer Straßenbahn angefahren worden und kam letztendlich 5 Minuten zu spät.

Die Übung, für die ich die ganze Hektik auf mich genommen hab, war langweilig und unsinnig und der ganze restliche Tag war irgendwie… langweilig. Naja, gut gegessen noch und nun sitz ich in HCS und frage mich, was ich hier eigentlich soll. Nichts gegen den Assistenten, aber es ist einfach nicht das gleiche wie beim Schiele. Komm bitte bald wieder zurück ;-)

Winters Tränen

•14. Mai 2009 • Kommentar schreiben

Als letztens mal wieder so viel Sonne in den Vorlesungsraum schien und man nichts auf den Beamern erkennen konnte entstand mal wieder ein Gedicht. Außerdem bekommen immer noch kaum Dozenten die Mikros zum Laufen….

Naja, immer noch besser ein Gedicht zu schreiben als – wie so viele andere – einfach die Vorlesung zu verlassen. Weil das stört dann auch noch die anderen, wenn eine ganze Reihe aufstehen muss, um einen Studenten raus zu lassen. Und ich hab mich ja nur ca 15 Minuten abgelenkt. 

 

Als Winters kalte Tränen schmelzen
weiß der Mensch nicht, was er tut.
Er beginnt sich nachts zu wälzen,
bis er erstickt die heiße Glut.

Am Morgen dann ist viel vergessen,
was er erlebt in jener Nacht.
Er versinkt im Alltag, lässt sich fressen
von Aufgaben, die er später macht.

Und ist sein Geist doch unruhig noch,
wälzt sich hin und fällt daher;
und dann vergeht er in schwarzem Loch.
Der Menschen Körper wird kalt und leer.

Leben tun sie schon nicht mehr;
nur existieren für ihr Lob.
Um niemand andren sie sich schern
bis jemand dann ihr Herz aufhob.

Nun erst tauen des Winters Tränen,
kalt und starr waren auf dem Herz.
Und dann erst können Menschen wähnen,
dass er vergeht, der ewige Schmerz.

Sie sind jetzt bloß verzaubert,
gehorchen dem, der ihr Leiden barg.
Dessen Leben ist des ihren Wert;
dafür legen sich in den eigenen Sarg.

So geschiehts den meisten Menschen,
auch ich bin davon nicht befreit.
Da finden und glauben ihn zu kennen
und doch ist jener Held so weit -

Weit entfernt um ihn zu fassen
und zu halten am eigen Herz.
Man lässt ihn gehen unter die Massen,
was einem bleibt: Gedanken, Schmerz.

Das ist der Zauber von Winters Tränen
der kalt und starr den Menschen beißt.
Bis dieser beginnt sich nach dem Herz zu sehnen
und die Trauer und Pein ihn endgültig zerreißt.

Lohnt sichs noch ohne Sinn zu leben,
zu sein nur für den Stillstand noch?
So mag sich mein Herz wie ein Engel erheben
und ich sink in tiefe Höllen doch.

Für eine Nacht voll geschmolzener Tränen,
einen Tag voll heißer Sonnenglut,
einen Morgen im Frühling zu sehen
erforderts das Herz zu ergreifen voll Mut. 

© nasuka

Frieden finden

•28. April 2009 • 2 Kommentare

Es ist eine Floskel, die uns in heutiger Zeit noch viel geläufiger ist als früher. Nein, wenn man ehrlich ist, war es früher ein Wunsch.

In ganz frühen Zeiten hatte man Engel oder bei anderen Religionen Geister und ähnliches, die den Frieden zu den Menschen brachten. Sie gaben ihn ihnen und die Menschen beteten sie dafür an und dankten den Wesen. In späteren Zeiten änderte sich diese Ansicht und man suchte den Frieden in sich selbst, was bis heute noch Brauch ist. Frieden war auf einmal von etwas geistigem zu der Befriedigung körperlicher Nöte geworden.
Nicht mehr in Kriege als Ritter, Soldat oder was immer ziehen zu müssen, nicht mehr auf der Straße um Essen oder gegen Krankheiten kämpfen zu müssen, in seinem Lädchen nicht mehr um jedes Produkt feilschen oder um Steuereintreiber fürchten zu müssen. Im Grunde wollte man einen ruhigen Lebensabend (erreicht durch Geld eintreibende Kinder) und ein friedliches Entschlafen als Tod.

Sogar Wikipedia bezeichnet den Frieden als Auslebung von Ruhe:

Frieden (älterer Nominativ: Friede) ist allgemein definiert als ein heilsamer Zustand der Stille oder Ruhe, als die Abwesenheit von Störung oder Beunruhigung. Frieden ist das Ergebnis der Tugend der „Friedfertigkeit“ und damit verbundener Friedensbemühungen.

Heute ist so ein Wunsch nicht mehr erreichbar und wir wünschen uns mehr denn je unseren Frieden zu finden. Kein Wunder eigentlich. Wir leben in einer Zeit der Zeitnot und Hetze. Jeder hat sicherlich einmal den Wunsch sich fallen zu lassen und die Ruhe zu genießen.

Da wir diese Wünsche nicht mehr so einfach erfüllen können, versuchen wir uns Frieden anders zu schaffen. Manche Menschen mit guten Weinen, andere mit Tee oder Kaffee, ganz andere einfach damit sich die Zeit zu nehmen, sich hinzulegen und ein Buch zu lesen. Aber selbst dafür fehlt uns mittlerweile die Zeit. Aber man wäre ja nicht Mensch, wenn man dem nicht abhilfe schaffen könnte. So erfindet man Hörbücher, damit man sich nicht mehr stundenlang hinlegen oder setzten und lesen muss (und nebenbei andere Dinge tun kann), Lampen, die das Tageslicht simulieren, weil man die ganze Zeit am Arbeiten in Bürokomplexen oder am Studieren in Vorlesungssälen ohne Fenstern sitzt und die Sonne nur mal 5 bis 10 Minuten auf dem Weg zu selbigen Gebäuden sieht. Aber der Mensch braucht die Sonne, um glücklich und wach zu sein und seine innere Mitte (den Frieden) zu finden.

Da stellt sich nur die Frage, ob uns all diese Hilfsmittel tatsächlich glaubhaft simulieren können, um den Körper und den Geist zu täuschen. Können wir überleben und unseren Frieden in der Ruhe finden, wenn wir selbst die Ruhe nur simulieren? Oder ziehen wir es da doch vor, uns mal tatsächlich Ruhe zu gönnen und all die Hilfsmittel abzuschalten? Wie auch immer wir es bewerkstelligen, der Alltag holt uns früh genug wieder ein. Und somit auch unser abgehetztes Leben.

Ewige Ruhe finden wir nur noch im Tod, so stellen wir es uns zumindest vor. Als genau das, was wir in Lebzeiten nicht erreichen können. Dadurch hat der Tod für uns etwas Gutes und wir haben weniger Angst.

Aber was ist nun dieser Friede? Man muss ihn doch auch im Leben finden können. Und es gibt Menschen, die genau das erreichten, aber jeder muss seinen eigenen Weg finden. Manche erreichen es durch Meditation, andere durch was auch immer.

Aber für manche Menschen wie mich ist die endgültige Ruhe der Tod. Sie können nicht ohne Gefahr, Ungewissheit oder Aufregung leben. Sie streben den ewigen Frieden nicht bewusst an, aber in jedem Menschen ruht auch das Verlangen nach Sicherheit, Schutz und Ruhe. Jene Menschen stehen ab diesem Zeitpunkt in ständigem Konflikt und müssen sich nun für die angeborenen Instinkte des Menschseins oder ihr Wesen entscheiden. Aber so eine Entscheidung ist nicht ewig, denn beide Teile gehören zu ihnen und manchmal bricht das, wogegen man sich entschieden hat, wieder aus und man fragt sich in diesem Moment, wie man so nur sein Leben leben konnte. Es ist ein Fluch, denn man stellt sich immer selbst in Frage.

Letztendlich ist es aber wohl eine Art Schutzmechanismus, denn der Geist des Menschen benötigt irgendwann einfach mal den lang erwarteten Frieden. Es ist wohl besser diesen nicht erst im Tod zu finden.

Glück…

•24. April 2009 • 1 Kommentar

… ist eine Freude am Leben zu kennen.
… kann so viel mehr sein: Glück gibt es häufig im Leben.
… begegnet einem an jeder Kreuzung und allen möglichen Ecken.

Das sind so Sätze, die man auf eine Karte schreiben kann und mit Glückwünschen zu was auch immer versenden. Aber stimmen diese Sätze? Was ist das Glück für den einzelnen Menschen eigentlich?

Mir wird immer vorgehalten, ich könnte selbst steuern, ob ich glücklich bin oder nicht. Aber kann ich das? Hat Glück nur etwas mit dem Körper und dessen Chemikalien zu tun? Kann man tatsächlich steuern, ob man sich glücklich fühlt?

Das wäre eigentlich sehr chaotisch. Könnten die Menschen sich einfach so entscheiden glücklich zu sein, gäbe es keine Ansprüche mehr, die erfüllt zur noch stärkeren Glückseligkeit beitrügen. Aber kurzzeitig zumindest kann man es steuern, denn man kann sich für einen Moment lang in einen Zustand der Glückseligkeit versetzten, in dem man einfach nur glücklich ist und alles andere um einen herum vergisst. Ja, das hört sich wie eine Konsumierung von Drogen an, aber dem ist nicht so. Dafür benötigt man tatsächlich keine Drogen oder sonstigen Mittelchen. Allerdings hält dieser Zustand leider nie besonders lang an.

Was aber ist dieser Zustand des Glücks, wenn man doch nicht glücklich ist? Wenn man nach 5 Minuten wieder traurig oder dem normalen Alltag folgend sein Leben weiterlebt, dann lohnt sich es eigentlich nicht nach so etwas wie Glück zu suchen und sein Leben dafür zu verschwenden, wenn es sowieso nur eine Illusion ist, die nach kurzer Zeit wieder im Sand des Alltags versinkt. Und trotzdem streben so viele Menschen danach, weil sie so ein Ziel haben, was sie verfolgen können und was sich glücklich macht, erreichten sie es.

Am Ende können sie dann stolz sagen, sie haben für einen Moment das Glück erfasst und gesehen und dann wissen sie es: Sie hatten es die ganze Zeit schon. Aber es fällt niemandem auf, weil wir immer nur die negativen Dinge im Leben sehen, sie fallen stärker ins Auge. Die positiven werden in den Hintergrund gedrängt und werden übersehen. Vielleicht hat jeder Mensch sein Glück von Anfang an, aber er sieht es erst ganz am Ende seines Lebens und dann erfährt er, dass seine ganze Suche umsonst war. So könnte ein Leben ablaufen.

Daher sehe ich das ganz anders. Ja, viele würden mich jetzt als überaus unlogischen und vom Leben abgewandten Optimisten halten und ich könnte nicht einmal einwerfen, dass sie mit dieser Aussage vollkommen falsch liegen. Aber ich mache mir herzlich wenig aus der Suche nach dem großen Glück, denn ich habe schon sehr viel von dem, was mich glücklich machen kann und das was ich habe macht mich auch glücklich. Ich lebe, das ist schon mal etwas. Ich bin endlich auch erwachsen (zumindest vom Alter her), damit bin ich jetzt auch zufrieden. Ich habe Menschen (denn jeder Mensch braucht Menschen), denen ich vertrauen kann und die mir vertrauen (unter anderem bin ich diesen auch vertraut und sie mir). Und ich habe etwas ganz besonderes. Etwas, was alles andere in den Schatten stellt und was mich nicht so schnell aus meinem Glücksrausch herausreißen kann: ein Geheimnis. Daher stimmt das, was man mir vorwirft: ja, ich kann meine Glückseligkeit steuern und auch dem, dass ich sehr oft glücklich bin, kann ich nichts entgegenbringen. Ich sehe das Glück eben nicht in der Zukunft, sondern in den kleinen Dingen der Gegenwart, die mich glücklich machen.

Einzigartigkeit des Menschen

•15. April 2009 • Kommentar schreiben

Ein weiteres Thema, was mir irgendwie nicht aus dem Kopf gehen will ist folgendes. Ich habe letztens ein Buch wieder ausgegraben, was ich lange Zeit nicht mehr in Händen hatte. Wohl schon seit meiner Kindheit nicht mehr. Damals mochte ich das Buch sehr, aber jetzt glaube ich, ich habe damals nicht verstanden, was die eigentliche Lehre ist, die man aus diesem Buch ziehen sollte.
Es ist ein Kinderbuch (so sagte mir zumindest die Verkäuferin im Buchladen), aber es werden Themen aufgegriffen, die man als Kind vielleicht noch nicht so versteht. Ich rede von dem Buch „Der kleine Prinz“.

Itari nannte mich früher schon einmal dem Fuchs aus diesem Buch ähnlich, aber da hatte ich die Stelle nicht mehr in Erinnerung. Jetzt, nachdem ich das Buch wieder gelesen habe, weiß ich, was er meinte und ich stimme ihm zu. Vielleicht bin ich tatsächlich so. Aber ist das noch zeitgemäß? Oder können manche Bräuche nicht aus der Mode kommen?

Der Fuchs aus dem Buch wünscht sich, dass der kleine Prinz ihn zähme, damit er ihn sich vertraut mache. Denn solange er noch ungezähmt sei, so sagt er, wäre er nur einer unter tausenden von Füchsen und würde nicht wiedererkannt. Er ginge in der Menge unter, weil er nichts besonderes sei. Aber wenn ihn der Prinz zähme, so wäre er für diesen etwas besonderes. Ein einzigartiger Fuchs unter tausenden von gleichen Füchsen.

Aber so etwas gibt es heutzutage nicht mehr, so kommt es mir zumindest vor. Man lernt so viele Menschen pro Tag kennen und hat, wenn man sie nicht zwischendurch wieder sieht, nach einer oder zwei Wochen deren Namen schon wieder vergessen. Sie gehen in der Menge der Menschen unter, weil sie für einen nichts besonderes sind.
Andere Menschen, die man tagtäglich wieder sieht, erkennt man auch wieder und deren Namen merkt man sich auch, aber etwas einzigartiges sind sie trotzdem noch nicht. Weil auch wenn man einen Menschen jeden Tag sieht und grüßt, bedeutet das nicht, dass man diesen Menschen auch kennt, dass man ihm vertraut und dass man ihm vertraut ist.

Auch Menschen, die wir Freunde nennen sind uns mittlerweile nicht mehr immer vertraut. Man kennt nur kleine Facetten ihrer Persönlichkeit und merkt immer wieder, dass man sie eigentlich gar nicht kennt. Man nimmt sich nicht mehr die Zeit Menschen kennen zu lernen, bevor man sich als befreundet schimpft, denn wir haben ja gar keine Zeit mehr für so etwas. Obwohl das sehr wichtig ist in meinen Augen. Wenn man niemandem vertraut ist, dann geschieht das, wovon der Fuchs sprach: Alle Menschen werden gefühlt gleich, es gibt keine Einzigartigkeit mehr, weil man sie einfach nicht kennt. Man kann zwar selbst einzigartig sein, in dem, was man kann, was man tut, wie man ist, wer man ist und so weiter, aber wenn es niemand registriert, dann hebt man sich auch nicht von der Menge ab.

Wäre es da nicht besser sich doch mal die Zeit zu nehmen, sich mit jemandem vertraut zu machen und wenn es nur dafür ist, dass man hinterher sagen kann: Wenigstens für einen anderen Menschen bin ich einzigartig?
Nun, sicher, das Wort zähmen dafür mag veraltet sein, aber das heißt noch lange nicht, dass die Philosophie dahinter es auch ist und man sie nicht weiter praktizieren kann.
Es lebt sich leichter, wenn man Vertraute hat, so zumindest meine Meinung und ich finde, man kann durchaus die Zeit opfern, die man dafür braucht, denn der Mensch braucht Freunde und Bekannte, und Vertraute bleiben normalerweise länger bei einem, denn auch sie sehen in einem dann jemand Einzigartigen.

Der Zirkel beginnt

•15. April 2009 • Kommentar schreiben

… von vorne, könnte man sagen. Ich spreche von der Uni und dem Start eines neuen Semesters.

Viel hat sich verändert, nicht zuletzt ich mich selbst. Allem vorweg darf ich mich nun Viertie nennen. Gut, ich gebe zu, es ist auch vieles gleich geblieben. Ich sitze mit fast den gleichen Menschen in den Sälen und auch die Professoren haben sich kaum geändert.

Was also hat sich verändert, abgesehen von mir? Nun, wir haben einen neuen Professor, ein giftgrünes Audimax und mehr Baustellen denn je in Darmstadt (wobei man das wohl jedes Semester sagt). Wir haben neue Ersties, alte Zeitprobleme und die neue Sommerkollektion an Osterhasen von Lindt. Dieses Jahr in weiß, gold, braun und braun.

 

Das ist es, was mir an Veränderung gerade einfällt. Ich bin nun entschlossener denn je, dass ich meine Haarfarbe endlich gefunden habe und ich glaube, zumindest ein ganz kleines Bisschen bin ich erwachsener geworden.
Ich habe viel gelernt und neue und besondere Erfahrungen gemacht.

Unter anderem hat mich gestern ein Mensch eines Tierschutzvereins angesprochen und meinte: wenn wir die Tiere nicht schützen, dann sterben auch die Menschen aus! Wir brauchen Hühner glücklich, bevor sie gesclachtet werden.

Lange Zeit habe ich mit ihm darüber gesprochen und letztendlich hatte er sichtlich Angst vor mir. Aber wenn man sich das mal überlegt, Lebewesen sind immer mit dem zufrieden, was sie haben, solange niemand in ihrem Sichtfeld mehr hat. Wenn also alle Hühner eingesperrt wären und sie nichts anderes kännten, wären sie dann nicht auch glücklich?
Ein weiteres seiner Argumente war, dass wir aussterben, weil wir die Tiere ausrotten. Stimmt schon. Aber wir haben doch einen sehr starken Überlebenswillen, wie lange dauerte es, bis wir Anderes wie zum Beispiel Menschen züchten, um sie zu schlachten? Ja, es ist jetzt unvorstellbar, aber wenn die Not erstmal so groß ist, wird man darüber hinwegsehen können, wie man auch heute schon über so viele Gräueltaten hinwegsieht, weil sie zur Normalität geworden sind. Das hat ihn sehr erschreckt, aber ganz stolz hat er mir dann noch erzählt, dass Zoophilie ja jetzt legal sei… was das allerdings damit zu tun hatte, verstehe ich nicht so ganz.

Es gibt schon irgendwie seltsame Menschen und vielleicht gehöre ich ja dazu. Aber dann ist es mir nur recht so.

Bunter Erstiesalat auf die ersten Sommertage

•7. April 2009 • Kommentar schreiben

Nun ist es wieder soweit, viele kleine Ersties durchschreiten die Pforte und wollen sich Studenten nennen. So zumindest stellen sie es sich vor. Aber aller Anfang ist schwer und dieser sogar noch etwas schwerer. Aber dem wollen wir entgegenarbeiten und opfern unsere meist einzige „Ferienwoche“, um mit den Ersties die Uni unsicher zu machen und ihnen die wichtigsten Dinge und Regeln zu erklären.
 

Das Ganze begann am Montag um kurz vor 8 Uhr und mittlerweile habe ich meine manchmal 9, meist 10 und selten 11 Ersties richtig ins Herz geschlossen. Sie sind unheimlich interessiert und als meine Mittutorin vorhin Klausur schrieb konnte ich die verschiedensten Formen ausprobieren ihnen das Wissen anzueignen. Alle haben sie sie angenommen und waren begeistert. Erst zaghaft verloren sie immer mehr ihre Scheu und diskutierten mit Leib und Seele mit.

Man merkt, dass sich Gruppen bilden. Allerdings ist es eine einzige Gruppe, was ich sehr bewundernswert finde. Sie interagieren fast als ein Wesen, sprechen sich ab, helfen sich gegenseitig.
 

Nun spielen wir ein Spiel: Simulation eines Semesters in knapp 4 Stunden. Ich bin das Prüfungssekretariat und die Prüfung und es ist nicht grad viel los. Naja, immerhin darf ich mich ja bestechen lassen. ;-)
Gleich darf ich nochmal ganz fies sein und eine Prüfung abnehmen.
 

So als Fazit kann man sagen, dass die Ersties sehr nett und interessiert zu sein scheinen, weiterhin macht die Ophase unheimlich Spaß und das Wetter (ja, irgendwann musste es ja kommen) spielt auch mit. Ich freue mich auf den Rest der Woche und hoffe unser Herr für den Vortrag morgen ist morgen nicht so verpeilt, wie wir ihn kennenlernten.
 

Wobei ich da eine Sache noch sehr lästig und auch ein bisschen diskriminierend finde: Wir spielten gestern mit unseren Ersties Kennenlernspiele und bei einem davon musste man sich in einer Reihe seines Alters nach aufstellen. Wir taten es und ich bin immernoch die Jüngste! :-(

Naja, solange die Ersties mir zuhören und mich akzeptieren ist es ja okay, aber ärgerlich ist es trotzdem und das tun meine Ersties immerhin. Sie sind wirklich total lieb. Doch manchmal auch etwas seltsam. Gut, zugegeben, nicht so seltsam wie ich vielleicht, aber doch seltsam.
Eine Sache macht mich dann aber doch stutzig. Wieso legen diese jetzt Studenten eigentlich ihre schulischen Regelformen nicht ab? Schließlich bin ich doch auch nur eine wie sie. Da müssten mich diejenigen, die mich noch nicht kennen doch bei der Klausur nicht „Frau Aufpasserin“ nennen… *kopfschüttel* Aber egal, lernen sie bestimmt noch :-)

Uns allen wünsche ich noch eine wunderschöne Woche und schonmal frohe Ostern (kann man ja vergessen) und den Ersties einen schönen und erfolgreichen Start ins Unileben. Ich mag euch doch alle und ihr sollt bei uns bleiben und nicht zu so Physikern oder Informationswissenschaftlern nach Mainz wechseln! ;-)